Diese SAA regelt die hygienischen Anforderungen bei der manuellen Lymphdrainage (MLD) in Rehaklinik Sonnenhuegel. Die MLD ist eine spezifische Entstauungstherapie (Komplexe Physikalische Entstauungstherapie, KPE) zur Behandlung primärer und sekundärer Lymphödeme, Lipödeme sowie postoperativer und posttraumatischer Ödeme. Es handelt sich um eine hands-on-Therapie mit intensivem und großflächigem Hautkontakt.
Ziel ist die Verhinderung der Übertragung von Krankheitserregern und MRE bei gleichzeitiger Wahrung der therapeutischen Qualität. Die KRINKO Reha 2025 fordert ausdrücklich eine maßvolle Balance zwischen Infektionsschutz und Rehabilitationszielen – Hygienemaßnahmen dürfen die Therapie nicht unverhältnismäßig einschränken.
Die hygienische Händedesinfektion ist die wichtigste Einzelmaßnahme zur Unterbrechung von Übertragungsketten. An jedem MLD-Therapieplatz ist ein wandmontierter Spender mit einem geeigneten alkoholischen Händedesinfektionsmittel gemäß aktuellem Desinfektionsmittelplan bereitzustellen. Die Einreibetechnik erfolgt mit mindestens 3 ml für 15-30 Sekunden bis zur vollständigen Abtrocknung.
Wichtig: Einmalhandschuhe (gem. DIN EN 455) sind bei der MLD nicht routinemäßig indiziert. Der taktile Hautkontakt ist ein zentrales therapeutisches Mittel der MLD. Das unkritische Tragen von Handschuhen ohne konkrete Exposition vernachlässigt die Händedesinfektion, belastet das Klima und ist infektionspräventiv kontraproduktiv (KRINKO 2024).
Bei Indikation: Handschuhe nach Kontakt sofort ablegen, danach unmittelbar Händedesinfektion durchführen. Bei intensiver Nutzung Wechsel nach spätestens 15 Minuten (erhöhtes Perforationsrisiko).
Händewaschen (mit Wasser und Seife) ist nur bei sichtbarer Verschmutzung oder nach Kontakt mit Sporenbildnern (z. B. C. difficile) indiziert – nicht als Ersatz für die alkoholische Händedesinfektion. Nach dem Händewaschen anschließend desinfizieren.
Vor Beginn der MLD ist eine orientierende Inspektion der zu behandelnden Hautareale obligat. Bei Befunden, die eine Kontraindikation darstellen, ist die Behandlung zu unterbrechen und unverzüglich ärztliche Rücksprache zu suchen.
Therapeut:innen mit häufigem Feucht-/Reinigungskontakt (Feuchtarbeit > 2 h/Tag) unterliegen dem einrichtungsinternen Hautschutzplan: Hautschutzmittel vor der Arbeit auftragen, Hautpflegemittel nach der Arbeit verwenden, Hände nur bei sichtbarer Verschmutzung mit Wasser waschen.
Am Ende jedes Behandlungstages Wischdesinfektion aller therapieplatznahen Flächen (Ablageflächen, Gerätschaften, Türgriffe, Desinfektionsmittelspender-Außenfläche). Durchführung und Uhrzeit im Reinigungsprotokoll des Therapiebereichs dokumentieren.
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: