Hepatitis-B-D

EMB-023
BasisBasishygiene
Erreger: Das Hepatitis-B-Virus (HBV) ist ein kleines, umhuelltes DNA-Virus der Familie Hepadnaviridae mit etwa 42 nm Groesse. Es sind acht verschiedene Genotypen (A-H) bekannt, deren Verbreitung in verschiedenen geographischen Regionen unterschiedlich ist. Das Virus besteht aus einem ikosaedrischen Kapsid (HBV-Core-Antigen, HBcAg) mit partiell doppelsträngigem DNA-Genom und einer Virushülle mit Oberflächenproteinen (HBsAg). Der Erreger kommt weltweit vor, mit erhoehten Praevalenzen in Zentral- und Nordafrika, China, dem Mittleren Osten sowie Ost- und Südeuropa.
Erkrankung: Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus ausgeloeste Leberentzuendung. Die Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen. Bei Erwachsenen fuehrt die HBV-Infektion bei etwa einem Drittel der Infizierten zum klinischen Bild einer akuten ikterischen Hepatitis mit Gelbfaerbung der Haut und Skleren, dunklem Urin, Gelenkschmerzen, Oberbauchschmerzen, Uebelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ein weiteres Drittel zeigt mildere Symptome, und ein Drittel verlaeuft asymptomatisch. Die Krankheitssymptome werden vorwiegend durch die Immunabwehr des Infizierten hervorgerufen. Bei fehlender oder schwacher Immunabwehr vermehrt sich das Virus sehr stark, es kommt jedoch kaum zu klinischen Symptomen. Die Inkubationszeit betraegt 45-180 Tage, im Durchschnitt 60-120 Tage. Die akute Hepatitis B ist meist selbstlimitierend, chronische Infektionen koennen lebenslang bestehen.
Infektiöses Material: Blut und andere Koerperflüssigkeiten eines infizierten Patienten, insbesondere Speichel. In der Fruehphase koennen bereits kleinste Mengen Blut das Virus uebertragen, das über auch geringfuegige Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Koerper gelangen kann. Eine Ansteckungsfaehigkeit besteht unabhaengig von den Symptomen der Krankheit, prinzipiell solange HBV-DNA, HBsAg oder HBeAg als Marker der Virusvermehrung nachweisbar sind. Eine hohe Infektiosität besteht in der Regel bereits einige Wochen vor Krankheitsausbruch. Die Ansteckungsgefahr haengt jedoch sehr stark vom Ausmaß der Viraemie und der Art des Kontaktes ab.
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Handschuhe
🥼
Kittel
😷
MNS Personal
😷
MNS Patient
🥽
Schutzbrille

Hygienemassnahmen

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UNTERBRINGUNG

  • Standardunterbringung
  • Keine Isolierung erforderlich
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MASSNAHMEN-DAUER

Standardhygienemaßnahmen müssen solange durchgefuehrt werden, wie der Patient in der Klinik verweilt. Bei chronischer HBV-Infektion sind Hygienemaßnahmen dauerhaft erforderlich. Eine zeitliche Begrenzung der Isolierung ist nicht erforderlich, da Standardhygiene ausreichend ist.

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KONTAKTPATIENTEN

Kontaktpersonen von Patienten mit Hepatitis B sollten auf HBV-Infektion gescreent werden, insbesondere wenn sie mit Blut oder Koerperflüssigkeiten in Kontakt gekommen sind. Ungeimpfte Kontaktpersonen sollten eine Hepatitis-B-Impfung erhalten. Personen mit bekannter Exposition sollten eine Postexpositionsprophylaxe (aktive und passive Immunisierung) erhalten, wenn sie nicht immun sind.

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HÄNDEDESINFEKTION

Hygienische Haendehygiene mit Wasser und Seife oder alkoholischem Haendedesinfektionsmittel vor und nach Patientenkontakt, nach Kontakt mit Blut oder Koerperflüssigkeiten, vor aseptischen Verfahren und nach Kontamination erforderlich. Alkoholische Haendedesinfektionsmittel sind wirksam gegen HBV.

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FLÄCHENDESINFEKTION

Oberflaechen, die mit Blut oder Koerperflüssigkeiten kontaminiert sein könnten, müssen mit einem Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Viren (z.B. Desinfektionsmittel mit Alkohol, Chlor oder Phenol) gereinigt und desinfiziert werden. Konzentration und Einwirkungszeit nach Herstellerangaben beachten. Terminale Desinfektion des Zimmers ist nicht erforderlich.

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ENTSORGUNG

Abfaelle, die mit Blut oder Koerperflüssigkeiten kontaminiert sind, müssen als Infektionsabfall (Abfallschlüssel AS 180103) entsorgt werden. Diese müssen in reißfesten, flüssigkeitsdichten Behaeltern gesammelt und verbrannt werden. Scharfe Gegenstaende (Nadeln, Skalpelle) müssen in bruchsicheren, stichfesten Behaeltern gesammelt werden.

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WÄSCHE

Waesche, die mit Blut oder Koerperflüssigkeiten kontaminiert ist, sollte separat in wasserdichten Behaeltern gesammelt und bei mindestens 60°C mit Vollwaschmittel gewaschen werden. Alternativ kann eine chemische Desinfektion durchgefuehrt werden. Standard-Waeschebehandlung ist ausreichend, wenn keine Kontamination mit Blut vorliegt.

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GESCHIRR

Geschirr und Besteck können in der Gemeinschaftskueche gereinigt werden. Spülmaschinen mit Temperatur von mindestens 60°C sind ausreichend. Manuelle Reinigung mit heißem Wasser und Spülmittel ist ebenfalls wirksam. Separate Behandlung ist nicht erforderlich.

⚠️ Basishygiene gilt immer.

PSA nach Berufsgruppe

Unterbringung / Isolierung

Pflege / körpernahe Tätigkeiten

Therapien (Reha-spezifisch)

Diagnostik / Interventionen

Gemeinschaftsbereiche

Weitere Hygienemassnahmen

Sanierung / Therapie

Dieser Abschnitt ist nur bei sanierbaren Erregern relevant.

Kontaktpersonen / Mitpatienten

Meldepflicht / Gesetzliche Grundlagen

Sonstiges / Fachinformationen

ID: EMB-023  
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