Rotaviren

EMB-051
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Erreger: Rotaviren sind nicht-umhuellte, doppelstraetige RNA-Viren der Familie Reoviridae. Sie werden in Serogruppen (A bis G) eingeteilt. Das Rotavirus-Partikel ist physikalisch robust und wird durch Alkoholkonzentrationen >40% und freies Chlor inaktiviert. Die Infektionsdosis ist gering.
Erkrankung: Rotavirus-Gastroenteritis ist die haeufigste Ursache schwerer, dehydrierender Diarrhoe bei Kleinkindern im Alter von 3 bis 15 Monaten weltweit. Die Erkrankung beginnt akut mit waessrigen Durchfaellen und Erbrechen. Fieber tritt in bis zu 60% der Faelle auf (>39°C). Das Virus vermehrt sich in differenzierten Epithelzellen an den Spitzen der Duenndarmzotten, was zu Malabsorption und verstaerkter Sekretion fuehrt. Die Symptomatik reicht von subklinischen Infektionen ueber leichte Diarrhoen bis zu schweren Erkrankungen. Die Krankheitsdauer betraegt typischerweise 5 bis 7 Tage. Schwere Dehydrierung ist besonders bei Kindern unter 2 Jahren gefaehrlich und kann zum Tode fuehren.
Infektiöses Material: Stuhl (Faeces) von infizierten PersonenErbrochenes
🧤
Handschuhe
🥼
Kittel
😷
MNS Personal
😷
MNS Patient
🥽
Schutzbrille

Hygienemassnahmen

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UNTERBRINGUNG

  • Einzelzimmerisolierung mit eigener Nasszelle
  • Kohortierung bei gleichem Erreger möglich
  • Zimmertür geschlossen halten
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MASSNAHMEN-DAUER

Hygienische Massnahmen sollten waehrend der akuten Erkrankungsphase und solange das Virus mit dem Stuhl ausgeschieden wird, durchgefuehrt werden. In der Regel erfolgt die Virusausscheidung nicht laenger als 8 Tage. In Einzelfaellen (z.B. Fruehgeborene, Immundefiziente) wurden jedoch wesentlich laengere Virusausscheidungen beobachtet. Die Ansteckungsfaehigkeit ist am groessten waehrend des akuten Krankheitsstadiums und in den ersten drei Tagen der Genesung. Asymptomatische Personen koennen das Virus ebenfalls uebertragen. Daher sollten Hygienemassnahmen auch nach Abklingen der akuten Symptomatik fortgesetzt werden.

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KONTAKTPATIENTEN

Kontaktpersonen sind Personen, die engen Kontakt mit einem Rotavirus-Patienten hatten, insbesondere Mitpatienten im gleichen Zimmer, Personal und Besucher. Kontaktpersonen sollten auf Symptome ueberwacht werden. Bei Auftreten von Symptomen sollten sie isoliert werden. Eine praeventive Isolation von asymptomatischen Kontaktpersonen ist nicht erforderlich, aber erhoehte Hygienemassnahmen sind empfohlen. Kontaktpersonen sollten ueber Hygienemassnahmen, insbesondere Haendehygiene, instruiert werden.

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HÄNDEDESINFEKTION

Haendehygiene ist die wichtigste Massnahme zur Verhinderung der Uebertragung. Haendehygiene ist erforderlich nach Kontakt mit Stuhl, Erbrochenes, kontaminierten Oberflaechen und vor Nahrungszubereitung. Alkoholische Haendesmittel sind wirksam. Haendewaschen mit Seife und Wasser ist besonders wichtig nach Toilettengang und vor Essen. Haendehygiene muss auch nach Abklingen der akuten Symptome fortgesetzt werden, da die Virusausscheidung noch erfolgt.

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FLÄCHENDESINFEKTION

Oberflaechen und Flaechen, die mit Stuhl oder Erbrochenes kontaminiert sind, muessen mit viruziden Desinfektionsmitteln gereinigt werden. Besondere Aufmerksamkeit auf Toiletten, Badezimmer, Tuerklinken, Lichtschalter und andere haeufig beruehrte Oberflaechen. Chlorhaltige Desinfektionsmittel (freies Chlor) sind wirksam. Die Desinfektion sollte taeglich durchgefuehrt werden waehrend der akuten Phase und nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.

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ENTSORGUNG

Abfaelle von Patienten mit Rotavirus-Gastroenteritis (Windeln, Papiertucher, kontaminierte Materialien) sollten in normalen Abfallbehaeltern entsorgt werden. Besondere Abfallkodierung ist nicht erforderlich. Abfaelle sollten in verschlossenen Behaeltern gesammelt und regelmaessig entsorgt werden.

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WÄSCHE

Bettwaesche, Handtuecher und Kleidung von Patienten mit Rotavirus-Gastroenteritis sollten separat gewaschen werden. Waesche sollte bei mindestens 60°C mit Vollwaschmittel gewaschen werden. Kontaminierte Waesche sollte in separaten Behaeltern transportiert werden. Nach dem Waschen ist eine normale Trocknung ausreichend.

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GESCHIRR

Geschirr und Utensilien von Patienten mit Rotavirus-Gastroenteritis koennen in der normalen Spuelmaschine bei mindestens 60°C gewaschen werden. Alternativ kann Handwaesche mit heissem Wasser und Geschirrspuelmittel erfolgen. Eine spezielle Desinfektion ist nicht erforderlich, wenn die Temperatur ausreichend ist.

⚠️ Basishygiene gilt immer.

PSA nach Berufsgruppe

Unterbringung / Isolierung

Pflege / körpernahe Tätigkeiten

Therapien (Reha-spezifisch)

Diagnostik / Interventionen

Gemeinschaftsbereiche

Weitere Hygienemassnahmen

Sanierung / Therapie

Dieser Abschnitt ist nur bei sanierbaren Erregern relevant.

Kontaktpersonen / Mitpatienten

Meldepflicht / Gesetzliche Grundlagen

Sonstiges / Fachinformationen

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