Diphtherie

EMB-013
ISO-2Tröpfchen-Iso
Erreger: Diphtherie wird durch Diphtherie-Toxin-produzierende (toxigene) Stämme von Corynebacterium (C.) diphtheriae verursacht, seltener durch C. ulcerans und C. pseudotuberculosis[3]. Es handelt sich um aerobe, unbewegliche, grampositive Stäbchen, die keine Sporen bilden[4]. Die Virulenz wird in erster Linie durch das Diphtherie-Toxin bestimmt, das durch ein auf Bakteriophagen kodiertes Gen vermittelt wird[2]. Stämme ohne Toxinproduktion sind in der Regel apathogen[4].
Erkrankung: Die Diphtherie manifestiert sich hauptsächlich in zwei Formen: respiratorische Diphtherie (Nasen-, Rachen-, Kehlkopfdiphtherie) und Hautdiphtherie[3]. Das klinische Bild wird vor allem durch die lokale oder systemische Wirkung des Diphtherietoxins bewirkt. Sehr selten können auch Schleimhäute außerhalb des Respirationstrakts infiziert werden[3].
Infektiöses Material: Respiratorische Sekrete und Erbrochenes bei respiratorischer Diphtherie; Wundexudate bei Hautdiphtherie[3]. Die Ansteckungsfähigkeit besteht, solange der Erreger in Sekreten und Wunden nachweisbar ist, in der Regel zwei Wochen bei Unbehandelten (selten mehr als vier Wochen)[2]. Patienten mit chronischen Hautläsionen können sechs Monate und länger mit dem Erreger kolonisiert sein[2].
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Handschuhe
🥼
Kittel
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MNS Personal
😷
MNS Patient
🥽
Schutzbrille

Hygienemassnahmen

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UNTERBRINGUNG

  • Einzelzimmerisolierung mit eigener Nasszelle
  • Kohortierung bei gleichem Erreger möglich
  • Zimmertür geschlossen halten
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MASSNAHMEN-DAUER

Isolierungsdauer: solange der Erreger in Sekreten und Wunden nachweisbar ist, in der Regel 2 Wochen bei Unbehandelten (selten mehr als 4 Wochen)[2]. Mit effektiver Antibiotikatherapie: mindestens 2 Tage nach Therapiebeginn und klinischer Besserung[3]. Bei chronischen Hautläsionen: bis zu 6 Monate oder länger möglich[2]. Entisolierung nach negativem Abstrich und klinischer Besserung[3].

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KONTAKTPATIENTEN

Kontaktpersonen sind Personen, die während der Ansteckungsfähigkeit (10 Tage vor Symptombeginn bis Ende der Ansteckungsfähigkeit) engen Kontakt mit dem Patienten hatten[3]. Kontaktpersonen sollten auf Symptome überwacht werden. Chemoprophylaxe mit Antibiotika (z.B. Erythromycin oder Azithromycin) für 7 Tage empfohlen[3]. Impfstatus überprüfen und ggf. Impfung durchführen[3].

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HÄNDEDESINFEKTION

Haendehygiene ist essentiell. Haendewaschen mit Seife und Wasser oder Haendedesinfektion mit alkoholischem Desinfektionsmittel (mind. 60% Ethanol oder äquivalent) nach Kontakt mit Sekreten, Wundexudaten und vor Mahlzeiten[3]. Besonders wichtig nach Kontakt mit respiratorischen Sekreten und Wundexudaten[3].

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FLÄCHENDESINFEKTION

Desinfektion von Oberflächen mit Desinfektionsmitteln mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen grampositive Bakterien (z.B. Alkohol-basierte Desinfektionsmittel oder Chlorhexidin). Häufigkeit: täglich und bei sichtbarer Verschmutzung. Besondere Aufmerksamkeit auf häufig berührte Flächen (Türklinken, Lichtschalter, Bettgestelle)[3]. Terminale Desinfektion des Zimmers nach Entisolierung erforderlich[3].

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ENTSORGUNG

Abfallmaterial mit Sekreten oder Wundexudaten: Entsorgung als Infektionsabfall (gelbe Säcke) erforderlich. Sonstiger Abfall: Standardabfall. Sharps (Nadeln, Skalpelle): Sharps-Container[3].

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WÄSCHE

Wäsche des Patienten (Bettwäsche, Kleidung) sollte separat behandelt werden. Wäsche mit sichtbarem Wundexudat oder Sekreten: Desinfektionswäsche bei mind. 65°C oder chemische Desinfektion. Normale Wäsche: Standardwäsche ausreichend nach Isolierungsende[3].

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GESCHIRR

Geschirr und Besteck können in der Spülmaschine bei mind. 65°C gereinigt werden. Separate Behandlung während Isolierung nicht zwingend erforderlich, wenn Spülmaschine verwendet wird. Handwäsche: heißes Wasser mit Spülmittel ausreichend[3].

⚠️ Basishygiene gilt immer.

PSA nach Berufsgruppe

Unterbringung / Isolierung

Pflege / körpernahe Tätigkeiten

Therapien (Reha-spezifisch)

Diagnostik / Interventionen

Gemeinschaftsbereiche

Weitere Hygienemassnahmen

Sanierung / Therapie

Dieser Abschnitt ist nur bei sanierbaren Erregern relevant.

Kontaktpersonen / Mitpatienten

Meldepflicht / Gesetzliche Grundlagen

Sonstiges / Fachinformationen

ID: EMB-013  
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