Streptococcus-pyogenes

EMB-057
BasisBasishygiene
Erreger: Streptococcus pyogenes (Gruppe-A-Streptokokken, GAS) ist ein gram-positives, katalase-negatives, β-haemolytisches Bakterium, das in Ketten angeordnet ist[1]. Es handelt sich um einen fakultativen Anaerobier, der am besten in 5-10% Kohlendioxid waechst[1]. Der Erreger ist ein ausschliesslich humanpathogenes Bakterium mit ueber 130 verschiedenen Serotypen[8]. Wichtige Virulenzfaktoren sind die M-Proteine, die Bakterienkapsel aus Hyaluronsaeure, Lipoteichonsaeure und Protein F fuer die Zelladhaerentz sowie Exotoxine (Streptococcal pyrogenic exotoxins A, B und C), Streptokinase, Streptodornase und Hyaluronidase[1][4].
Erkrankung: S. pyogenes verursacht ein breites Spektrum von Erkrankungen, das von milden lokalisierten Infektionen bis zu lebensbedrohlichen invasiven Infektionen reicht[3]. Zu den wichtigsten Krankheitsbildern gehoeren: Tonsillopharyngitis (Streptokokken-Angina) mit Halsschmerzen, Fieber, Schuettelfrost und Unwohlsein[2], Scharlachfieber mit charakteristischem Erdbeerenzungen-Aussehen und blanchierendem, papuloesem Exanthem[1], Impetigo und Erysipelas als Hautinfektionen, nekrotisierende Fasziitis, Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom (StrepTSS), Puerperal-Fieber und Neugeboreneninfektionen[5]. Nicht-eitrige Folgeerkrankungen sind das akute rheumatische Fieber und die post-streptokokkale Glomerulonephritis[3]. Die Inkubationszeit betraegt typischerweise 2-3 Tage (Bereich: 1-6 Tage)[2].
Infektiöses Material: Infektioses Material sind Sekrete aus dem Respirationstrakt (Speichel, Nasensekrete, Rachensekrete) bei Pharyngitis und Tonsillopharyngitis, eitrige Ausscheidungen bei Hautinfektionen und Wundinfektionen, sowie Vaginalsekrete bei Besiedlung[4]. Patienten mit akuter, nicht spezifisch behandelter Streptokokken-Infektion sind bis zu 3 Wochen kontagioes, bei eitrigen Ausscheidungen auch laenger. Nach Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie sinkt die Kontagiositaet deutlich.
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MNS Personal
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Hygienemassnahmen

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UNTERBRINGUNG

  • Einzelzimmerisolierung mit eigener Nasszelle
  • Kohortierung bei gleichem Erreger möglich
  • Zimmertür geschlossen halten
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MASSNAHMEN-DAUER

Isolationsmassnahmen sollten durchgefuehrt werden waehrend der ersten 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie bei Patienten mit Pharyngitis, Tonsillopharyngitis und unkomplizierten Hautinfektionen. Bei nicht behandelten Patienten sollten Massnahmen bis zum Therapiebeginn durchgefuehrt werden. Bei invasiven Infektionen (nekrotisierende Fasziitis, StrepTSS) sollten Massnahmen bis zur klinischen Besserung durchgefuehrt werden. Patienten mit akuter, nicht spezifisch behandelter Infektion sind bis zu 3 Wochen kontagioes, bei eitrigen Ausscheidungen auch laenger.

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KONTAKTPATIENTEN

Kontaktpersonen sind Personen, die engen Kontakt mit einem Patienten mit S.-pyogenes-Infektion hatten, insbesondere bei Pharyngitis oder invasiven Infektionen. Kontaktpersonen sollten auf Symptome ueberwacht werden. Eine Prophylaxe mit Antibiotika kann in Ausbruchssituationen oder bei Hochrisikokontakten erwaegt werden. Kontaktpersonen sollten ueber Symptome und Uebertragungswege informiert werden. Screening ist nicht routinemaessig erforderlich.

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HÄNDEDESINFEKTION

Haendehygiene ist eine der wichtigsten Massnahmen zur Verhinderung der Uebertragung. Haendehygiene sollte durchgefuehrt werden: vor und nach Patientenkontakt, vor aseptischen Verfahren, nach Kontakt mit Blut oder Koerperflussigkeiten, nach Kontakt mit der Patientenumgebung, vor dem Essen und nach der Toilettenbenutzung. Alkoholische Haendessigungsmittel sind wirksam gegen S. pyogenes. Bei sichtbarer Verschmutzung ist Haendewaschen mit Seife und Wasser erforderlich.

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FLÄCHENDESINFEKTION

Oberflaechen in Patientenzimmern sollten mit einem Desinfektionsmittel mit Wirksamkeit gegen gram-positive Bakterien gereinigt werden. Haeufig beruehrte Oberflaechen (Tuerklinken, Bettgitter, Nachttische) sollten taeglich desinfiziert werden. Terminale Desinfektion nach Patientenentlassung ist erforderlich. Desinfektionsmittel sollten nach Herstellerangaben verwendet werden. Oberflaechen sollten vor Desinfektion mit Reinigungsmittel gereinigt werden.

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ENTSORGUNG

Abfaelle von Patienten mit S.-pyogenes-Infektionen werden wie Standardabfaelle behandelt. Infektioses Material (Verbandsmaterial, Wundsekrete) sollte in Behaeltern fuer infektiose Abfaelle gesammelt und nach lokalen Vorschriften entsorgt werden. Scharfe Gegenstaende sollten in Sharps-Behaeltern gesammelt werden. Abfaelle sollten in verschlossenen Behaeltern transportiert werden.

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WÄSCHE

Waesche von Patienten mit S.-pyogenes-Infektionen kann mit Standardverfahren gewaschen werden. Stark kontaminierte Waesche (mit Blut, Eiter oder anderen Koerperflussigkeiten) sollte in wasserdichte Behaelter verpackt werden. Waesche sollte bei mindestens 60°C mit Vollwaschmittel gewaschen werden. Desinfektionswirkung wird durch die Temperatur und das Waschmittel erreicht. Getrocknete Waesche ist nicht infektioes.

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GESCHIRR

Geschirr und Besteck von Patienten mit S.-pyogenes-Infektionen kann mit Standardverfahren in der Geschirrspuelmaschine gereinigt werden. Handwaschen in heissem Wasser mit Spuelmittel ist ausreichend. Eine spezielle Desinfektion ist nicht erforderlich. Geschirr sollte nach Gebrauch sofort gereinigt werden.

⚠️ Basishygiene gilt immer.

PSA nach Berufsgruppe

Unterbringung / Isolierung

Pflege / körpernahe Tätigkeiten

Therapien (Reha-spezifisch)

Diagnostik / Interventionen

Gemeinschaftsbereiche

Weitere Hygienemassnahmen

Sanierung / Therapie

Dieser Abschnitt ist nur bei sanierbaren Erregern relevant.

Kontaktpersonen / Mitpatienten

Meldepflicht / Gesetzliche Grundlagen

Sonstiges / Fachinformationen

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