Tuberkulose

EMB-063
ISO-3Aerogene Iso
Erreger: Tuberkulose wird durch aerobe, langsam wachsende, stäbchenförmige Bakterien des Mycobacterium-tuberculosis-Komplexes verursacht[2]. Zu diesem Komplex gehören M. tuberculosis, M. bovis, M. africanum, M. microti und M. canetti[1]. Die Erreger sind säurefest und können intrazellulär vermehrt werden, wobei eine T-Zell-vermittelte Immunantwort zur Bildung von Granulomen führt[2].
Erkrankung: Die Tuberkulose manifestiert sich zu etwa 70% als Lungentuberkulose (pulmonale Tuberkulose)[1]. Ein Leitsymptom ist Husten mit oder ohne Auswurf, der in seltenen Fällen blutig sein kann. Weitere Symptome sind Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, gelegentlich Brustschmerzen und Atemnot[2]. Bei länger als drei Wochen bestehendem, therapieresistentem Husten sollte differenzialdiagnostisch immer an Tuberkulose gedacht werden.
Infektiöses Material: Infektiös sind alle Patienten, bei denen Mycobacterium-tuberculosis-Komplex mikroskopisch und/oder kulturell im Sputum oder respiratorischem Sekret nachzuweisen ist[1]. Befunde, die Ansteckungsfähigkeit nachweisen, sind der mikroskopische Nachweis säurefester Stäbchen mit positiver PCR aus respiratorischem Material sowie positive Flüssig- oder Festkultur respiratorischen Materials[3].
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Handschuhe
🥼
Kittel
😷
MNS Personal
😷
MNS Patient
🥽
Schutzbrille

Hygienemassnahmen

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UNTERBRINGUNG

  • Einzelzimmerisolierung mit eigener Nasszelle (RLT-Anlage mit Unterdruck empfohlen)
  • Zimmertür geschlossen halten
  • Patient trägt MNS beim Verlassen des Zimmers
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MASSNAHMEN-DAUER

Isolierungsmaßnahmen sollten mindestens bis zur Sputumkonversion aufrechterhalten werden, üblicherweise mindestens zwei Wochen nach Beginn einer effektiven Therapie[1]. Die Infektiosität kann von mindestens drei bis sechs Wochen bis zu Jahren andauern, abhängig von Therapieadhärenz und Erregertyp[1]. Nach Sputumkonversion können Isolierungsmaßnahmen beendet werden, aber die Therapie muss fortgesetzt werden (üblicherweise 6 Monate für unkomplizierte Fälle).

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KONTAKTPATIENTEN

Kontaktpersonen sind Personen, die engen Kontakt mit einem infektiösen Tuberkulose-Patienten hatten (z.B. Mitbewohner, enge Kontakte im Gesundheitswesen). Diese sollten gescreent werden mittels Tuberkulintest oder IGRA. Bei positivem Test sollte eine Chemoprophylaxe erwogen werden. Kontaktpersonen sollten auf Symptome überwacht werden.

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HÄNDEDESINFEKTION

Händedesinfektion mit alkoholischen Desinfektionsmitteln (mind. 60% Ethanol oder äquivalent) nach Kontakt mit Patientensekreten, vor und nach Patientenkontakt sowie nach Kontakt mit kontaminierten Oberflächen[1]. Standardhygiene mit Händedesinfektion ist ausreichend; Handschuhe sind nicht routinemäßig erforderlich, sondern nur bei Kontakt mit Sekreten.

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FLÄCHENDESINFEKTION

Flächendesinfektion mit Desinfektionsmitteln mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Mykobakterien (z.B. Desinfektionsmittel mit Alkohol oder Phenolverbindungen) mindestens täglich durchführen[1]. Besondere Aufmerksamkeit auf häufig berührte Oberflächen (Türklinken, Lichtschalter, Bettgestelle). Terminale Desinfektion nach Entlassung erforderlich.

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ENTSORGUNG

Sputumproben und kontaminierte Materialien sollten als Abfall der Kategorie B (infektiöser Abfall) entsorgt werden. Desinfektionsmittel-getränkte Tücher können in den Restmüll. Scharfe und spitze Gegenstände in Sharps-Container.

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WÄSCHE

Wäsche des Patienten kann mit Standardhygiene behandelt werden. Kontaminierte Wäsche sollte in Wäschesäcken gesammelt und bei mindestens 60°C mit Desinfektionsmittel gewaschen werden. Keine besonderen Anforderungen über Standard hinaus erforderlich.

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GESCHIRR

Geschirr kann mit Standardhygiene in der Spülmaschine gereinigt werden. Keine besonderen Anforderungen erforderlich, da Tuberkulose nicht durch Nahrung übertragen wird.

⚠️ Basishygiene gilt immer.

PSA nach Berufsgruppe

Unterbringung / Isolierung

Pflege / körpernahe Tätigkeiten

Therapien (Reha-spezifisch)

Diagnostik / Interventionen

Gemeinschaftsbereiche

Weitere Hygienemassnahmen

Sanierung / Therapie

Dieser Abschnitt ist nur bei sanierbaren Erregern relevant.

Kontaktpersonen / Mitpatienten

Meldepflicht / Gesetzliche Grundlagen

Sonstiges / Fachinformationen

ID: EMB-063  
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