Diese SAA beschreibt die Grundprinzipien und normativen Anforderungen an die Aufbereitung von Endoskopen in Rehaklinik Sonnenhuegel. Sie gilt für alle Bereiche, in denen Endoskope eingesetzt und aufbereitet werden.
Diese SAA enthält keine einrichtungsspezifischen Schritt-für-Schritt-Verfahren. Diese sind zwingend in einer separaten, einrichtungsspezifischen Aufbereitungs-SAA zu dokumentieren, die auf den tatsächlich vorhandenen Geräten, validierten Desinfektionsmitteln und einrichtungseigenen Validierungsdaten basiert (siehe Kapitel 4). Die Erstellung dieser einrichtungsspezifischen SAA ist gemäß §4 MPBetreibV gesetzlich verpflichtend.
Geltungsbereich: Alle flexiblen und starren Endoskope sowie zugehöriges Mehrwegzubehör (Biopsiezangen, Bürsten, Ventile), die in Rehaklinik Sonnenhuegel verwendet und aufbereitet werden.
Nicht erfasst: Einmalendoskope (Single-use-Produkte), die nach einmaliger Verwendung zu entsorgen sind.
Die Aufbereitung von Endoskopen ist ein mehrstufiger, validierter Prozess. Das Überspringen einzelner Stufen invalidiert den gesamten Aufbereitungsprozess und stellt ein unmittelbares Patientengefährdungsrisiko dar.
Die maschinelle Aufbereitung im validierten RDG-E ist der bevorzugte Standard, da sie reproduzierbar, dokumentierbar und weniger fehleranfällig ist. Manuelle Verfahren sind nur zulässig, wenn kein RDG-E verfügbar ist oder für Geräte, die maschinell nicht aufbereitet werden können (Herstellerfreigabe vorab prüfen und dokumentieren).
Die erforderliche Aufbereitungsintensität richtet sich nach der Spaulding-Klassifikation und dem Anwendungsgebiet des Endoskops. Die Einstufung jedes in Rehaklinik Sonnenhuegel eingesetzten Endoskops ist in der einrichtungsspezifischen Aufbereitungs-SAA festzulegen.
| Einstufung | Kontakt mit | Typische Beispiele | Mindestanforderung |
|---|---|---|---|
| Semikritisch A | Schleimhaut, intakte Haut | Gastroskop, Koloskop (diagnostisch) | Desinfektion mit nachgewiesener Wirksamkeit (RKI-/VAH-gelistet) |
| Semikritisch B | Schleimhaut mit erhöhtem Infektionsrisiko | Bronchoskop, ERCP-Zubehör | Desinfektion mit erhöhten Anforderungen an Validierung; ggf. Sporennachweis |
| Kritisch | Steriles Gewebe, Gefäßsystem | Arthroskop, Laparoskop | Sterilisation |
Bei Verdacht auf oder gesicherter Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung (CJK) eines Rehabilitanden gelten Sonderregelungen gemäß KRINKO/BfArM-Empfehlung. Standarddesinfektionsmittel und -verfahren sind gegen Prionen nicht wirksam. Das eingesetzte Endoskop ist sofort zu quarantänisieren, der Hygienebeauftragte und der ärztliche Dienst sind unverzüglich zu informieren.
Jede Einrichtung, die Endoskope aufbereitet, muss eine eigene, validierungsbasierte Aufbereitungs-SAA vorhalten. Diese ist vom Hygienebeauftragten der Einrichtung in Abstimmung mit dem ärztlichen Dienst zu erstellen und freizugeben.
Die einrichtungsspezifische Aufbereitungs-SAA ist bei Gerätewechsel, Mittelwechsel, Verfahrensänderung oder nach auffälligen Validierungsergebnissen unverzüglich zu aktualisieren.
Die Aufbereitung von Endoskopen darf nur durch nachweislich qualifiziertes Personal durchgeführt werden. Die Qualifikationsanforderungen ergeben sich aus §4 Abs. 3 MPBetreibV.
Jede Aufbereitung ist lückenlos zu dokumentieren. Die Dokumentation muss folgende Mindestangaben enthalten:
Der Aufbereitungsprozess ist nach DIN EN ISO 15883-4 zu validieren. Folgende Intervalle gelten als Orientierung:
Abweichungen von Soll-Parametern oder auffällige mikrobiologische Befunde sind dem Hygienebeauftragten unverzüglich zu melden. Das betroffene Endoskop ist bis zur Klärung aus dem Verkehr zu nehmen.
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: