Diese SAA regelt die hygienisch sichere Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Fango- und Mooranwendungen (Peloidtherapie) in Rehaklinik Sonnenhuegel. Sie gilt für alle Mitarbeitenden, die Wärmeanwendungen mit Peloiden durchführen, aufbereiten oder überwachen.
Ziel ist die Vermeidung von Infektionsrisiken durch kontaminiertes Peloidmaterial, Kreuzkontaminationen über Therapieliegen sowie Verbrühungsunfällen durch unkontrollierte Applikationstemperaturen. Die SAA gilt ausstattungsabhängig und unterscheidet zwischen Einmalpackungen, wiederverwendbarem synthetischem Fango und patientengebundenem Naturmoor.
Fango- und Mooranwendungen sind nach dem Heilmittelkatalog ausschließlich als ergänzendes Heilmittel in Kombination mit Krankengymnastik, manueller Therapie oder Massagetherapie verordnungsfähig. Sie dienen der Muskelrelaxation, Schmerzreduktion und lokalen Durchblutungsförderung bei muskuloskelettalen Erkrankungen.
Begriffsdefinitionen:
Es werden drei Anwendungsformen unterschieden, die unterschiedliche Hygieneanforderungen bedingen:
Die Wiederaufbereitung gilt ausschließlich für synthetischen Fango (Fango-Platten/-Bleche) ohne Kontamination mit Körperflüssigkeiten. Das Verfahren ist nicht auf Naturmoor anwendbar.
| Material | Applikationstemperatur (Materialoberseite) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Synthetischer Fango (direkte Auflage mit Schutzfolie) | 45–50 °C | Einweg-Schutzfolie obligatorisch |
| Naturmoor (mit Schutztuch) | max. 50 °C (Materialoberseite); max. 42 °C an Hautoberfläche | Schutztuch obligatorisch |
| Risikogruppen (s. u.) | max. 42 °C | Engmaschige Überwachung alle 5 min |
Achtung: Bei Dauerkontakt (> 20 Minuten) können bereits ab 48 °C Verbrennungen 2. Grades entstehen. Eine korrekte Temperaturmessung vor jeder Anwendung ist daher nicht optional.
Bei folgenden Rehabilitanden ist die Maximaltemperatur auf 42 °C zu begrenzen und das Überwachungsintervall auf alle 5 Minuten zu verkürzen:
Nach jeder Fango- oder Mooranwendung ist die Therapieliege desinfizierend zu reinigen, um Kreuzkontaminationen zwischen Rehabilitanden zu verhindern.
| Intervall | Maßnahme |
|---|---|
| Nach jeder Anwendung | Desinfizierende Wischung der Liegefläche + Seitenrahmen (s. o.) |
| 1× täglich | Desinfizierende Reinigung von Untergestell und Liegenfüßen |
| 1× wöchentlich | Vollreinigung inkl. Untergestell, Rollen, Gelenkteile |
Rehabilitanden dürfen während einer Fango-/Mooranwendung nicht unbeaufsichtigt bleiben. Sichtkontakt oder eine funktionierende Klingelmöglichkeit ist sicherzustellen.
Separate Hygieneliste in der Abteilung führen:
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: