Diese SAA legt die verbindlichen hygienischen Mindestanforderungen für alle Injektionen und Punktionen in Rehaklinik Sonnenhuegel fest. Sie gilt für alle Mitarbeitenden, die solche Eingriffe eigenständig durchführen oder dabei assistieren.
Ziel ist die konsequente Prävention injektionsassoziierter Infektionen (lokal wie systemisch) sowie die Minimierung des Verletzungsrisikos für alle Mitarbeitenden durch standardisierte aseptische Technik.
Vor jeder Injektion oder Punktion ist eine hygienische Händedesinfektion (HD) obligat – unabhängig davon, ob Handschuhe getragen werden. Die HD ist auch zwischen einzelnen Arbeitsschritten (z. B. nach Materialvorbereitung, vor Hautantiseptik, nach Entfernung der Kanüle) zu wiederholen. Ringe, Uhren und Armschmuck müssen vor dem Eingriff abgelegt werden; Kunstnägel und Nagellack sind nicht zulässig.
Handschuhe schützen primär das Personal vor Blutkontakt; sie ersetzen die HD nicht. Die Indikation richtet sich nach dem Eingriff:
Medizinische Einmalhandschuhe (gemäß DIN EN 455) werden nach jedem Rehabilitanden sofort gewechselt; Punktionen der Risikogruppe 3 und 4 erfordern sterile Einmalhandschuhe (separate SAA). Nach Handschuhablegen ist erneut eine HD durchzuführen.
Unmittelbar vor jedem Eingriff ist eine Hautantiseptik an der Einstichstelle durchzuführen. Das zu verwendende Hautantiseptikum sowie die genaue Einwirkzeit sind dem aktuellen Desinfektionsmittelplan zu entnehmen. Nach Applikation des Antiseptikums darf die Einstichstelle bis zur Punktion nicht mehr berührt oder palpiert werden.
| Risikogruppe | Eingriff (Beispiele) | Tupferqualität | Abdeckung | Schutzkleidung (Durchführende) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | i.c.-Injektion; s.c.-Injektion (ohne Dauerapplikation); i.m.-Injektion (Standard/Schutzimpfung) | Keimarme Tupfer oder Sprühdesinfektion | Keine | Keine (hygienische HD ausreichend) |
| 1 | Kapillarblutentnahme; venöse Blutabnahme; i.v.-Injektion (peripher) | Keimarme Tupfer oder Sprühdesinfektion | Keine | Medizinische Einmalhandschuhe (Personalschutz) |
| 2 | s.c.-Punktion mit nachfolgender Dauerapplikation; i.m.-Injektion bei Risikopatient oder gewebstoxischer Substanz | Sterile Tupfer oder Sprühdesinfektion | Keine | Hygienische HD bevorzugt gegenüber Handschuhen (KRINKO 2021) |
| 2 | Punktion einer Portkammer; Lumbalpunktion (diagnostisch) | Sterile Tupfer | Steriles Lochtuch (Lumbalpunktion) | Sterile Handschuhe; ggf. MNS |
| 3 | Gelenkpunktion (diagnostisch/Einzelinjektion); Pleurapunktion; Aszitespunktion | Sterile Tupfer | Ggf. steriles Lochtuch | Sterile Handschuhe; MNS bei Spritzenwechsel |
Hinweis zu Risikogruppe 2 und 3: Diese Eingriffe sind in Rehaklinik Sonnenhuegel ausschließlich durch ärztliches Personal nach ärztlicher Anordnung und in Rücksprache mit dem Hygienebeauftragten oder dem ärztlichen Dienst durchzuführen. Eingriffe der Risikogruppe 4 (z. B. Anlage einer Bülau-Drainage, Periduralkatheter, PEG) sind durch eine separate SAA geregelt.
Kapillarblutentnahmen (z. B. Blutzuckermessung, kapilläre Blutgasanalyse) werden ausschließlich mit Einmal-Lanzetten durchgeführt. Lanzetten und Stechhilfen sind strikt rehabilitandenbezogen einzusetzen; eine Weitergabe zwischen verschiedenen Rehabilitanden ist verboten.
Die Non-Touch-Technik bezeichnet das konsequente Vermeiden jeglicher Kontamination steriler Materialoberflächen und der desinfizierten Einstichstelle nach der Hautantiseptik. Sie ist die grundlegende Methode zur Prävention exogen verursachter Injektionsinfektionen.
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: