Diese SAA regelt die sichere, hygienegerechte und therapeutisch wirksame Anwendung von Kälte- und Wärmetherapie (Thermotherapie) in Rehaklinik Sonnenhuegel. Sie gilt für alle Mitarbeitenden im Therapeutischen Dienst, die Verfahren der Kryotherapie oder Wärmetherapie durchführen, sowie für den Pflegedienst bei unterstützender Anwendung.
Erfasste Anwendungsverfahren:
Nicht erfasst sind elektrothermische Verfahren (Ultraschall, Kurzwelle, TENS), Fango/Moor-Anwednungen sowie Ganzkörper-Kryotherapie; für diese gelten gesonderte SAAs.
Rehabilitationsspezifischer Hinweis: Viele Rehabilitanden weisen aufgrund ihrer Grunderkrankung (z. B. Schlaganfall, Querschnittslähmung, diabetische Neuropathie, Multiple Sklerose) eine eingeschränkte oder vollständig aufgehobene Temperatur- und Schmerzwahrnehmung auf. Eine Fremdbeurteilung der Hautreaktion durch den Therapeuten ist daher obligat – eine ausschließliche Selbstauskunft des Rehabilitanden reicht nicht aus. Vor jeder Anwendung ist die Sensibilität im Behandlungsgebiet zu prüfen.
Rotlicht (Infrarot-A und -B) und Heißluft erzeugen oberflächliche bis mitteltiefe Wärme durch elektromagnetische Strahlung bzw. konvektive Wärmeübertragung. Therapeutische Wirkungen umfassen Muskelrelaxation, Durchblutungsförderung, Schmerzlinderung und Vorbereitung der Muskulatur auf manuelle oder bewegungstherapeutische Folgemaßnahmen.
Kälteapplikation bewirkt lokale Vasokonstriktion, Reduktion des Gewebestoffwechsels, Analgesie und Ödemreduktion. Die therapeutisch wirksame Gewebetemperatur liegt bei 10–15 °C (Schmerzlinderung) bzw. unter 10 °C (tiefe Analgesie, Entzündungshemmung, Spastizitätsreduktion).
Wärmepackungen und Heiße Rolle erzeugen feucht-konduktive Tiefenwärme mit starker Wirkung auf Muskulatur, Bindegewebe und Gelenkkapselstrukturen. Sie eignen sich zur Vor- und Nachbereitung manueller und bewegungstherapeutischer Verfahren sowie zur eigenständigen Schmerztherapie.
Gemäß KRINKO-Empfehlung Infektionsprävention in Rehabilitationseinrichtungen (2025) müssen alle Therapiematerialien der Thermotherapie – einschließlich thermischer Packungen – wischdesinfizierbar sein und nach jeder Nutzung durch einen Rehabilitanden wischdesinfiziert werden (Empfehlungskategorie II). Die einzusetzenden Mittel, Konzentrationen und Einwirkzeiten sind ausschließlich dem aktuellen Reinigungs- und Desinfektionsmittelplan der Rehaklinik Sonnenhuegel zu entnehmen.
| Material / Gerät | Intervall | Methode |
|---|---|---|
| Kryogelpad (Mehrweg) | Nach jeder Nutzung | Wischdesinfektion → RD-Plan |
| Hydrocollator-Hülle (Textil) | Nach jeder Nutzung | Maschinenwäsche ≥60 °C oder Einweg |
| Rotlicht-/Heißluftgerät (Oberfläche) | Nach jeder Behandlung | Wischdesinfektion (materialverträglich) → RD-Plan |
| Therapieliege | Nach jedem Rehabilitanden | Wischdesinfektion → RD-Plan; alternativ Einmalabdeckung |
| Gefriergerät (Kryopads) | Monatlich | Abtauen + Innenreinigung |
| Hydrocollator-Gerät (Wasserbad) | Monatlich + bei Sichtverunreinigung | Entleeren, Reinigen; Wasserqualität prüfen |
Jede Anwendung ist im Therapiebericht oder dem elektronischen Dokumentationssystem der Rehaklinik Sonnenhuegel festzuhalten. Mindestangaben pro Eintrag:
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: