Diese SAA gilt für alle Mitarbeitenden in Rehaklinik Sonnenhuegel, die Rehabilitanden mit perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG-Sonde) versorgen – unabhängig von Berufsgruppe und Station. Sie regelt die hygienisch sichere Pflege der Einstichstelle, die Verabreichung von Sondennahrung und Medikamenten sowie das Erkennen und Managen von Komplikationen.
Verwendete Desinfektionsmittel und Einwirkzeiten sind verbindlich dem einrichtungsspezifischen Reinigungs- und Desinfektionsmittelplan zu entnehmen.
Wichtig: Medikamente dürfen niemals mit Sondennahrung gemischt werden – Risiken: pH-Veränderung, Osmolalitätsstörung, Wirkstoffverlust durch Adsorption, Gerinnung der Sondennahrung und Sondenverstopfung.
Alle Mitarbeitenden sind verpflichtet, die Einstichstelle bei jedem Verbandwechsel systematisch zu inspizieren und Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Bei den folgenden Komplikationen ist das beschriebene Vorgehen verbindlich.
| Komplikation | Häufigkeit / Zeichen | Sofortmaßnahme |
|---|---|---|
| Peristomale Infektion | ~10–11 %; Rötung, Schwellung, Eiter, Sekret, Schmerz am Stoma | Abstrich abnehmen (vor Antisepsis); ärztliche Vorstellung; sterilen Verbandwechsel täglich; ggf. antiseptische Lokaltherapie nach ärztlicher Anordnung; Rücksprache mit HBR bei Häufung |
| Buried-Bumper-Syndrom | ~1 %; erschwertes oder unmögliches Drehen der Sonde, Widerstand beim Ein-/Ausführen, sichtbares Einwachsen der inneren Halteplatte in Bauchdecke | Keine weiteren Rotationsversuche; sofortige ärztliche Intervention; gastroenterologisches bzw. chirurgisches Konsil erforderlich; endoskopische oder operative Korrektur nötig |
| Hypergranulation | ~5 %; wulstiges, überschießendes Granulationsgewebe um das Stoma; nässende, leicht blutende Wucherung | Ärztliche Vorstellung; Behandlung auf ärztliche Anordnung (z. B. Silbernitrat-Applikation, topische Steroide); kein eigenständiges Auftragen von Präparaten ohne Anordnung |
| Leckage (Nahrungsaustritt) | Nahrungsaustritt um die Sonde, dauerhaft feuchte Stomaumgebung, Hautmazeration | Halteplattensitz prüfen (zu locker?); Menge und Flussrate der Sondenkost reduzieren; Haut mit Hautschutzpaste sichern; ärztliche Kontrolle; ggf. Sondengröße anpassen |
| Sondenokklusion (Verstopfung) | Widerstand oder kein Durchfluss beim Spülen | Siehe Kapitel 4 (Vorgehen bei Sondenokklusion); bei Erfolglosigkeit ärztliche Vorstellung und ggf. Sondenwechsel |
| Sondendislokation / -herausrutschen | Sonde liegt lose, ist vollständig oder teilweise herausgerutscht; kein sicherer Sitz mehr; der Stomakanal kann sich innerhalb von Minuten bis Stunden schließen | Pflegenotfall: Sonde NICHT eigenständig reinsertieren; Stoma provisorisch mit sterilem Tupfer abdecken; sofortige ärztliche Intervention (ggf. chirurgisches Konsil innerhalb von max. 4–6 Stunden); keine Nahrungs- oder Medikamentengabe bis zur gesicherten Lagekontrolle durch Arzt |
| Aspirationspneumonie | Husten, Fieber, Dyspnoe, Tachykardie während oder nach Nahrungsgabe; gesunkene O₂-Sättigung | Nahrungsgabe sofort stoppen; Oberkörper maximal hochlagern; sofort Arzt informieren; Vitalparameter überwachen; ggf. Notfallmaßnahmen; Nahrungsgabe erst nach ärztlicher Freigabe und Überprüfung der Risikofaktoren wieder aufnehmen |
| Peritonitis (selten, lebensbedrohlich) | Akuter Bauchschmerz, brettharte Abwehrspannung, hohes Fieber, Schocksymptome | Medizinischer Notfall: Nahrungsgabe sofort stoppen; sofort Arzt alarmieren; notärztliche Versorgung und Krankenhauseinweisung; keine orale oder enterale Zufuhr |
Alle Komplikationen, eingeleitete Maßnahmen und der weitere Verlauf sind unverzüglich in der Rehabilitandenakte zu dokumentieren.
Eine lückenlose Dokumentation ist Grundlage für Qualitätssicherung, Verlaufskontrolle, Nachvollziehbarkeit und rechtliche Absicherung aller Beteiligten.
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: