Dieses Kapitel gilt ausschließlich für Einrichtungen mit einer Lehrküche
im Bereich Ergotherapie.
Die Lehrküche gilt als Betriebsstätte mit Lebensmittelumgang.
Ein HACCP-Konzept mit schriftlicher Dokumentation ist gesetzlich
verpflichtend (VO (EG) Nr. 852/2004, LMHV). Das einrichtungsinterne HACCP-Konzept ist
verbindliche Grundlage und von der ergotherapeutischen Fachkraft vollständig umzusetzen.
Jede Warenlieferung ist unmittelbar bei Annahme zu kontrollieren. Mangelhafte Ware wird zurückgewiesen und der Vorgang im Wareneingangsbuch dokumentiert.
Rehaklinik Sonnenhuegel betreibt ein schriftlich dokumentiertes HACCP-System. Das Konzept ist mindestens jährlich sowie nach jeder wesentlichen Prozessänderung auf Aktualität zu prüfen. Es ist für alle zuständigen Mitarbeitenden zugänglich.
| CCP | Prozessschritt | Grenzwert | Maßnahme bei Abweichung |
|---|---|---|---|
| CCP 1 | Garen (Kerntemperatur) | ≥ 70 °C für ≥ 2 Min.; Geflügel: ≥ 80 °C | Nachgaren; Charge sperren und dokumentieren |
| CCP 2 | Warmhalten | Dauerhaft ≥ 65 °C | Sofortige Nacherwärmung; unter 60 °C: Entsorgung |
| CCP 3 | Schnellkühlung / Kühlkette | Innerhalb von 90 Min. auf ≤ +10 °C, Lagerung ≤ +7 °C | Charge sperren; Ursache beheben; ggf. Entsorgung |
| CCP 4 | Tiefkühlung | ≤ −18 °C | Charge sperren; Ursache dokumentieren; ggf. Entsorgung |
Personen mit bestimmten Erkrankungen oder Symptomen dürfen nicht an offenen Lebensmitteln arbeiten. Tätigkeitsverbote bestehen insbesondere bei:
Die Wiederaufnahme der Tätigkeit erfolgt erst nach ausdrücklicher ärztlicher Freigabe und ist zu dokumentieren.
Individuelle Ernährungsanforderungen der Rehabilitanden (z. B. Diabeteskost, Reduktionskost, pürierte Kost, Sondennahrung, vegetarische/vegane Kost, religionsbedingte Kostformen) werden durch den ärztlichen Dienst schriftlich angeordnet. Die Diätassistenz setzt die Anordnung in den Speiseplan um und informiert die Küche.
Für alle ausgegebenen Speisen sind die 14 kennzeichnungspflichtigen Allergene zu erfassen und für Rehabilitanden zugänglich zu machen (z. B. Aushang, digitale Speisekarte, schriftliche Auskunft auf Anfrage).
Von jeder ausgegebenen Mahlzeitenkomponente ist eine Rückstellprobe zu entnehmen. Sie dient der schnellen Ursachenklärung bei Verdacht auf eine lebensmittelbedingte Erkrankung.
Rehaklinik Sonnenhuegel betreibt ein integriertes Schädlingsmanagement (IPM), das präventive Maßnahmen, regelmäßiges Monitoring und eine dokumentierte Kooperation mit einem zertifizierten Schädlingsbekämpfungsunternehmen umfasst.
Alle hygienerelevanten Maßnahmen und Kontrollen sind lückenlos zu dokumentieren. Die Aufzeichnungen dienen als Nachweis bei behördlichen Kontrollen (z. B. HACCP-Überprüfung durch Veterinäramt) und internen Audits.
| Dokument | Verantwortlich | Mindestaufbewahrung |
|---|---|---|
| Wareneingangskontrollbuch | Küchenpersonal | 2 Jahre |
| Temperaturkontrollblätter (Kühlräume, CCPs) | Küchenpersonal | 2 Jahre |
| Transporttemperaturprotokoll | Küchenpersonal / Eigene Kueche (Cook and Serve) | 2 Jahre |
| Rückstellprobenprotokoll | Küchenleitung | 2 Jahre |
| Schädlingsmonitoring-Protokoll | Küchenleitung | 2 Jahre |
| Schulungsnachweis Lebensmittelhygiene | Personalverantwortliche/r | 3 Jahre |
| §43 IfSG Belehrungsnachweis | Personalverantwortliche/r | Beschäftigungsdauer + 3 Jahre |
| Allergenliste (versioniert) | Diätassistenz / Küchenleitung | Aktuelle + 2 Vorversionen |
Alle Protokolle sind durch die verantwortliche Person zu unterzeichnen. Die Küchenleitung prüft die Dokumentation mindestens wöchentlich auf Vollständigkeit. Abweichungen werden sofort als Korrekturmaßnahme dokumentiert.
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: