Diese SAA regelt den hygienischen Umgang mit Wäsche in Rehaklinik Sonnenhuegel und dient der Prävention einrichtungsassoziierter Infektionen bei Rehabilitanden, Beschäftigten und Besuchern. Sie legt verbindliche Anforderungen an Sammlung, Transport, Aufbereitung und Lagerung von Textilien fest.
Der Geltungsbereich umfasst alle Bereiche der Einrichtung, in denen Wäsche anfällt, transportiert, aufbereitet oder gelagert wird. Folgende Wäschekategorien sind erfasst:
Erfolgt die Wäscheaufbereitung ganz oder teilweise durch eine externe Wäscherei, ist deren Qualifikation durch ein gültiges Zertifikat nach RAL-GZ 992/2 oder EN 14065 nachzuweisen. Dieses Zertifikat ist jährlich einzufordern und zu archivieren. Die Verantwortung für die Einhaltung der hygienischen Anforderungen verbleibt bei Rehaklinik Sonnenhuegel.
Unreine Wäsche und saubere Wäsche sind räumlich und organisatorisch strikt zu trennen. Eine gleichzeitige Handhabung in demselben Raum ist unzulässig. Wäsche darf zu keinem Zeitpunkt ausgeschüttelt, sortiert oder abgelegt werden – dies gilt insbesondere zur Vermeidung von Aerosolbildung und Kontaktübertragung.
Wäsche wird nach folgendem Schema getrennt gesammelt:
Sammelstellen sind in allen Stationsbereichen und in Therapieeinheiten einzurichten. Sammelcontainer sind so zu platzieren, dass Wäsche unmittelbar nach Gebrauch ohne Ablage auf Oberflächen eingeworfen werden kann. Sammelcontainer dürfen nicht überfüllt werden (max. ¾ Füllstand).
Beim Umgang mit unreiner Wäsche ist folgende PSA zu tragen:
Nach dem Ablegen der PSA ist eine hygienische Händedesinfektion gemäß einrichtungsinternem Händehygieneplan durchzuführen. Schutzkleidung wird als Einwegartikel nach Gebrauch entsorgt; Mehrwegschürzen nach jedem Gebrauch desinfizierend aufzubereiten (siehe Reinigungs- und Desinfektionsmittelplan).
Für den Transport unreiner Wäsche werden ausschließlich geschlossene, flüssigkeitsdichte und für die Reinigung und Desinfektion geeignete Transportbehälter (Wäschecontainer oder Transportwagen mit Deckel) verwendet. Offener Transport (z. B. in Armen getragen, unverpackt auf Rollwagen) ist unzulässig.
Reine und unreine Wäsche dürfen nicht zeitgleich auf denselben Transportwegen oder in denselben Aufzügen transportiert werden. Sind separate Transportwege nicht baulich realisierbar, sind zeitlich getrennte Transportzeiten verbindlich festzulegen und im Hygieneplan zu dokumentieren.
Transportbehälter für unreine Wäsche sind nach jedem Einsatz zu reinigen und desinfizierend aufzubereiten. Das hierfür geeignete Verfahren ist dem Reinigungs- und Desinfektionsmittelplan zu entnehmen. Behälter für saubere Wäsche sind bei Verschmutzung sofort, mindestens jedoch wöchentlich zu reinigen.
In Rehaklinik Sonnenhuegel kommen ausschließlich gelistete Desinfektionswaschverfahren zur Anwendung. Die Verfahrenswahl richtet sich nach der Wäschekategorie:
Das jeweils eingesetzte Produkt ist dem aktuellen Reinigungs- und Desinfektionsmittelplan der Einrichtung zu entnehmen. Eigenständige Produktsubstitutionen ohne Freigabe durch den Hygienebeauftragten sind unzulässig.
Die Waschmaschinenparameter (Temperatur, Einwirkzeit, Flottenverhältnis, Dosiermenge) müssen den Vorgaben des validierten Verfahrens entsprechen und werden durch die Maschinentechnik automatisch gesteuert. Manuelle Eingriffe in die Programmierung sind nur durch autorisiertes Fachpersonal zulässig und zu dokumentieren.
Jede Waschmaschine, die für desinfizierende Waschverfahren eingesetzt wird, ist mindestens einmal jährlich zu revalidieren. Die Revalidierung umfasst die Überprüfung der Prozessparameter (Temperatur, Einwirkzeit, Dosiermenge) unter Betriebsbedingungen. Das Revalidierungsprotokoll wird archiviert (mindestens 5 Jahre). Zuständig für die Koordination der Revalidierung ist der Technische Dienst in Abstimmung mit dem Hygienebeauftragten.
Saubere Wäsche wird in Rehaklinik Sonnenhuegel in trockenen, sauberen und ausreichend belüfteten Räumen gelagert. Die Lagerraumtemperatur soll ≤ 25 °C betragen; relative Luftfeuchte ≤ 65 %. Räume und Behältnisse sind regelmäßig auf Feuchtigkeits- und Schädlingsbefall zu kontrollieren.
Folgende Grundregeln gelten verbindlich:
Der Lagerraum für saubere Wäsche darf nicht als Durchgangs- oder Abstellraum genutzt werden. Die Lagerräume sind mindestens monatlich auf die Einhaltung der Lagerbedingungen zu kontrollieren; Ergebnis und Datum sind zu dokumentieren.
Rehabilitandeneigene Wäsche wird in Rehaklinik Sonnenhuegel grundsätzlich getrennt von der Einrichtungswäsche gesammelt, transportiert und aufbereitet. Eine Vermischung ist auszuschließen.
Sofern die Einrichtung die Aufbereitung übernimmt, gelten dieselben Verfahrensanforderungen wie für Einrichtungswäsche (siehe Kapitel 4). Die Aufbereitung erfolgt in gesonderten Waschgängen. Jede Aufbereitung ist zu dokumentieren (Datum, Verfahren, verantwortliche Person).
Wird rehabilitandeneigene Wäsche an Rehabilitanden oder Angehörige zur häuslichen Aufbereitung zurückgegeben, sind diese schriftlich oder mündlich (mit Dokumentation) über das empfohlene Mindestwaschangebot (≥ 60 °C) zu informieren. Bei infektionsrelevanten Situationen (MRE, C. difficile, Norovirus) ist die Wäsche stets durch die Einrichtung aufzubereiten oder sicher zu entsorgen; eine Rückgabe ist in diesem Fall nicht zulässig.
Rehabilitandeneigene Wäsche ist eindeutig zu kennzeichnen (z. B. Name, Zimmernummer). Verlorengegangene oder verwechselte Wäsche ist als kritisches Ereignis im einrichtungsinternen Melde- und Fehlerberichtssystem (CIRS/Fehlerberichtsystem) zu dokumentieren.
Alle Waschmaschinen, Trockner und Wäschecontainer in Rehaklinik Sonnenhuegel sind gemäß Herstellervorgaben und mindestens jährlich durch autorisierten Fachservice zu warten. Wartungsnachweise (Datum, Ergebnis, Maßnahmen, Unterschrift des Technikers) sind mindestens 5 Jahre aufzubewahren. Defekte Geräte sind sofort außer Betrieb zu nehmen und zu kennzeichnen.
Zur Sicherstellung der Prozessqualität werden in Rehaklinik Sonnenhuegel regelmäßige mikrobiologische Kontrollen durchgeführt. Folgende Maßnahmen sind im Hygieneplan mit Intervallen zu hinterlegen:
Grenzwert für aufbereitete Krankenhauswäsche: ≤ 10 KBE/100 cm² (orientierend, gemäß Fachliteratur). Befunde werden mit dem Hygienebeauftragten bewertet. Bei Überschreitung der Richtwerte sind unverzüglich Korrekturmaßnahmen einzuleiten und zu dokumentieren.
Betreibt Rehaklinik Sonnenhuegel eine eigene Wäscherei oder arbeitet mit einer zertifizierten externen Wäscherei zusammen, ist das Risikomanagement-System für Biokontaminationskontrolle nach EN 14065 (RABC-System) als Qualitätsrahmen heranzuziehen. Es identifiziert Kontrollpunkte entlang des gesamten Wäschekreislaufs (Sammlung → Aufbereitung → Lagerung → Ausgabe) und dokumentiert Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen.
Die Dokumentation der Wäschehygiene in Rehaklinik Sonnenhuegel dient der Nachweisführung gegenüber Behörden, Rentenversicherungsträgern und im Rahmen internen Qualitätsmanagements. Folgende Nachweise sind verpflichtend zu führen und mindestens 5 Jahre aufzubewahren:
Die Dokumentation erfolgt in schriftlicher oder digitaler Form gemäß dem einrichtungsinternen QM-System. Der Hygienebeauftragte prüft die Vollständigkeit der Unterlagen mindestens einmal jährlich im Rahmen der Hygienebegehung. Diese SAA wird mindestens alle 2 Jahre oder anlassbezogen (z. B. bei Normänderungen, Ausbruchsereignissen) aktualisiert.
Diese Standardarbeitsanweisung ist Teil unserer Schulungsinhalte für Hygienebeauftragte in der Reha. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren zertifizierten Online-Kursen: